Handyvertrag mit Prämie
Letztlich
ist die Idee nicht neu, Kunden einen Handyertrag mit attraktiven
Zusatzangeboten anzubieten. Am Anfang standen die Rabatte
auf teure Markenhandys, die bei Abschluss eines Mobilfunkvertrags
gewährt wurden. Ein Handyvertrag mit Prämie berücksichtigt,
dass viele Kunden bereits ein Handy besitzen und dennoch
von den gewährten Rabatten profitieren möchten. Bei den
dabei gewährten Prämien hat der Kunde eine große Auswahl,
angeboten werden beispielsweise Barauszahlungen, Laptops,
LCD Fernseher, Spielkonsolen, Motorroller und Reisegutscheine.
Häufig lässt sich solch eine Prämie sogar mit dem Erwerb
eines verbilligten Handys kombinieren. Diese ein wenig
inflationär anmutende Entwicklung der „Rabatte“ ist aus
Sicht des Kunden erfreulich und hat im Wesentlichen zwei
Gründe:
1. Die Mobilfunknetze sind mittlerweile gut ausgebaut und erfordern deutlich geringere Investitionen als in der Aufbauphase. Diesen Kostenvorteil geben die Mobilfunkbetreiber an die Kunden weiter, indem sie entweder einen attraktiven Handyvertrag mit Prämien anbieten oder über den Vertriebsweg der Mobilfunkdiscounter besonders günstige Tarife vermarkten. Eine angenehme Wahl für den Kunden.
2. Bei den Prämien handelt es sich häufig um Produkte, die einem schnellen Preisverfall unterliegen. Die angebotenen Elektronikartikel beispielsweise sind häufig Produkte der vorherigen Generation, die ohnehin preiswert angeboten werden und noch preiswerter werden, wenn ein Mobilfunkanbieter den gesamten Restbestand eines Herstellers aufkauft. (Darauf weisen Verbraucherschützer gerne kritisch hin. Danke, liebe Verbraucherschützer, aber wir Kunden haben schon verstanden, dass uns niemand etwas schenken will. Wer ein High End Laptop der neuesten Generation benötigt, wird kaum erwarten, es zu einem Handyvertrag gratis dazu zu bekommen.)
Angesichts des zweiten Punktes ist es nicht verwunderlich, dass die Sachprämien häufig deutlich attraktiver erscheinen als die ebenfalls möglichen Barauszahlungen. Hier werden zwei Kostenvorteile kombiniert. Der Hersteller der Produkte kann seine Lagerbestände aus der vorherigen Produktion En Bloc verkaufen, was ihm einiges Wert ist, und der Mobilfunkanbieter kann mittels der Handyverträge mit Prämie zusätzliche Vertragskunden gewinnen, die im Gegensatz zu Prepaid Kunden das Herz jedes Aktienanalysten höher schlagen lassen. Das liegt daran, dass Vertragskunden statistisch deutlich höhere Umsätze tätigen und auch länger Kunde bei einem Unternehmen bleiben. Und sei es nur, weil sie den Kündigungstermin vergessen haben. Ein durchaus häufiger Grund für Vertragsverlängerungen!
Worauf ist bei einem Handyvertrag mit Prämien zu achten?
Zunächst einmal auf die Vertragslaufzeit! Üblicherweise
beträgt diese zwei Jahre, und das sollte dann auch reichen.
Außerdem ist zu beachten, dass die größeren Prämien häufig
nur bei Abschluss eines Doppelvertrags gewährt werden,
wobei die beiden SIM Karten natürlich von zwei Personen
genutzt werden können. Zu zweit ist das Ganze daher deutlich
rentabler, zumal dann häufig zwei gekündigte Altverträge
in die Gesamtkostenbilanz einfließen. Und schließlich
ist darauf zu achten, dass (sofern eine Sachprämie gewählt
wird) die Garantieansprüche geklärt sind. Tritt der Mobilfunkanbieter
als Vermittler auf oder als Händler, gegen den sich gegebenenfalls
Ansprüche im Rahmen der Händlergarantie geltend machen
lassen? Ansonsten muss darauf geachtet werden, ob gegen
den Hersteller im Ernstfall Ansprüche aus der Herstellergarantie
geltend gemacht werden können. Ein Garantiefall bei einem
japanischen Laptop kann schwierig werden, wenn kein deutscher
Händler greifbar ist!
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